Sediment-Wasser-Chironomiden-Toxizitätstest mit aufgestocktem Wasser (OECD TG 219)
Der Sediment-Wasser-Chironomiden-Toxizitätstest mit aufgestocktem Wasser gemäß OECD TG 219 wurde entwickelt, um die Auswirkungen von Substanzen auf sedimentbewohnende wirbellose Wassertiere zu bewerten, wobei der Schwerpunkt auf Chironomus-Arten (nicht beißende Mücken) liegt. Diese Organismen sind wichtige Bestandteile benthischer Süßwasser-Ökosysteme und werden häufig als Indikatoren für sedimentgebundene Toxizität verwendet.
Bei dieser Studie wird die Testsubstanz nicht direkt in das Sediment, sondern in das darüber liegende Wasser eingebracht, damit sie sich auf natürliche Weise zwischen der Wasser- und der Sedimentphase verteilen kann. Die Larven von Chironomus werden dann unter kontrollierten Laborbedingungen ausgesetzt, in der Regel für eine Dauer von bis zu 28 Tagen.
Zu den bewerteten Endpunkten gehören das Überleben der Larven, das Wachstum (z.B. das Trockengewicht) und das Auftauchen der Erwachsenen. Diese Daten werden zur Erstellung von Konzentrations-Wirkungs-Beziehungen und zur Ableitung chronischer Toxizitätsendpunkte wie der No Observed Effect Concentration (NOEC) und der Lowest Observed Effect Concentration (LOEC) verwendet.
Dieser Test ergänzt Studien mit Sedimenten, indem er Einblicke in die Bioverfügbarkeit und die Auswirkungen von Stoffen gibt, die über die Wasserphase in aquatische Systeme gelangen, und so eine umfassende Umweltrisikobewertung von sedimentgebundenen Schadstoffen unterstützt.



